Wahrscheinlich setzen die meisten Effektivität und Effizienz gleich. Laut duden.de ist das wohl im deutschen auch nicht ganz falsch, doch bin ich der Meinung, dass sich der englische Gebrauch in Büchern wie “The Goal” auch auf die deutsche Sprache übertragen lässt und sinnvoller wäre.

Effizient zu arbeiten meint danach, dass man unnötige Arbeitsschritte eliminiert, jeden einzelnen Schritt selbst optimiert in Relation zur Zeit etc. Sicherlich verbessert das alleine bei vielen Bereichen bereits die Wirtschaftlichkeit, doch bedeutet es leider nicht, dass die geleistete Arbeit auch effektiv genutzt wurde. Denn die Effektivität einer Arbeit lässt sich erst im Gesamten betrachten. Kurz gesagt: ein effizienter Prozess kann im großen und ganzen betrachtet nutzlos sein und damit keine positiven Effekte für den Betrieb bewirken. Dazu ein Beispiel: Die Entwicklungsabteilung und alle Tester arbeiten sehr effizient zusammen und alle Übergabeprozesse wurden optimiert. Allen beteiligten macht die Arbeit spaß und die Software wird sehr schnell fertig… Klingt gut, wenn das was fertig wurde noch von Nutzen wäre. Effektivität hätte bedeutet nicht die Bugs in Rekordzeit zu finden sondern das Projekt zu stoppen. Nutzlose, nicht effektive Arbeit ist meiner Meinung nach am Ende eine größere Verschwendung als ineffiziente Arbeit, die aber echte positive Effekte hat.

Effektivität lässt sich oft auch erst mittel bzw. langfristiger messen wohingegen Effizienz sofort messbar ist. Effiziente Abläufe können also entweder gierig nach dem kurzfristigen Gewinn sein (Greedy Algorithm) oder aber auch effektiv sein - feststellen lässt sich das aber oft erst im Nachgang.